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10 Tipps für alte Pferde ab 20

Mit Pferdesenioren gesund und fit ins hohe Alter galoppieren!

Dein Pferd begleitet dich als treuer Partner langjährig auf unterschiedlichen Wegen. Egal ob du Kummer hast oder glücklich bist, dein Pferd spürt deine Emotion und ist an deiner Seite. Es fordert dich heraus, muntert dich auf, hilft dir, abzuschalten und dich zu entwickeln. Kein Wunder, dass sowohl im Sport, als auch in der Freizeit eine sehr enge und innige Bindung zwischen dir und deinem Pferd wächst und du dich um die Gesundheit mit zunehmendem Alter deines Lieblings sorgst. Physische und psychische Veränderungen können sich bemerkbar machen, weshalb du in meinem aktuellen Artikel Genaueres über alte Pferde erfährst und liest, welche Beschwerden mit voranschreitendem Alter bei Pferden besonders häufig vorkommen. Zudem erhältst du meine 10 erprobten Tipps zum Umgang mit alten Pferden.

Wann ist ein Pferd alt?

Wenn von einem alten Pferd gesprochen wird, dann ist meistes von Tieren in einem Alter von 20 Jahren und mehr die Rede. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Pferden liegt zwischen 20 und 30 Jahren und ist neben dem Gesundheitszustand abhängig von Größe und Rasse sowie von gesunderhaltenden Maßnahmen wie Haltung, Bewegung, Pflege und Fütterung. Zwar gehen die Meinungen hinsichtlich des Altersvergleiches zwischen Pferden und Menschen in den Fachkreisen auseinander, dennoch kann man davon ausgehen, dass ein Pferd, das 20 Jahre alt ist, in etwa mit einem 60 Jahre alten Menschen vergleichbar ist.

Wie sich der Gesundheitszustand eines Pferdes mit zunehmendem Alter verändert, hängt von mehreren Faktoren ab. Den Grundstein für Gesundheit im Alter legt die Genetik. Darüber hinaus spielt das Maß an Bewegung und deren Qualität eine Rolle. Wurde das Pferd in der Vergangenheit überlastet, treten häufig Abnützungserscheinungen des Bewegungsapparates auf. Andererseits ist ausreichende Bewegungsmöglichkeit wichtig für Fitness im Alter. Wie in jüngeren Jahren gefüttert wurde, ist ebenso für den Gesundheitszustand im Alter ausschlaggebend. Ein Mangel kann zu frühzeitigem Verschleiß führen, ein Überschuss, beispielsweise an Zuckerverbindungen, Proteinen oder Fetten belastet die Organe und den Stoffwechsel. Nicht zuletzt entscheidet auch die Psyche über den Frohsinn eines alten Pferdes. Stress durch Schlafmangel, Überforderung, oder im Sozialverbund wirkt sich lebensverkürzend aus, gesunder Schlaf, motivierende Förderung und wohltuende Sozialkontakte begünstigen ein langes und glückliches Pferdeleben. Letztendlich kann ein gutes Vorsorgesystem das Pferd vor Erkrankung oder Verletzung schützen und erhöht die Heilungschancen im Krankheitsfall.

Wie erkenne ich das Altern von Pferden?

Mit zunehmendem Alter verändert ein Pferd sein Äußeres. Fellfarbe und -struktur zeigen erste Alterungsspuren an, da der Fellwechsel früher einsetzt und das Deckhaar zwar länger, jedoch dünner wird. Haare im Gesichtsfeld der Pferde, besonders an Stirn, Maul, Ohren und Augen, werden zunehmend grauer. Bewegungen wirken weniger rund, oft braucht es ein wenig bei den ersten Schritten aus der Pferdebox, bis die Beine an Steifigkeit verlieren. Die Statur von älteren Pferden ist weniger muskulös, am Rücken lassen sich vermehrt Wirbel erkennen da im Alter Muskelmasse abgebaut wird. Auch Rippen, Schulter- und Hüftknochen sind sichtbarer als in jüngeren Jahren, weil sich Fettpolster reduzieren. Innere altersbedingte Veränderungen betreffen vor allem das Herz-Kreislaufsystem, die Atmung und die Verdauung. Kurzatmigkeit, Husten und Magen/Darmprobleme treten häufiger auf.

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Welche gesundheitlichen Probleme haben alte Pferde?

Ältere Pferde können unterschiedliche gesundheitliche Probleme entwickeln. Damit du sie gut erkennst und dein Pferdchen frühzeitig unterstützen kannst, möchte ich dich folgend über die häufigsten altersbedingten Symptome bei Pferden informieren:

Zahnprobleme bei alten Pferden

Die Zähne von Pferden verlieren auf natürliche Weise im Alter an Stabilität und Stärke. Der Grund für die altersbedingten Veränderungen im Pferdegebiss ist, dass sich ein Pferdezahn im Laufe der Zeit kontinuierlich aus dem Zahnfach herausschiebt und durch seine Abnutzung mit dem Alter immer kürzer wird. Bei sehr alten Pferden kann es sogar vorkommen, dass nur noch ein Wurzelrest zu sehen ist. Sind die Zähne nicht mehr stark verwurzelt, können sie locker werden und Schmerzen bereiten. Die Nahrungsaufnahme des Pferdes ist durch diesen Prozess stark beeinträchtig oder macht das Kauen unmöglich. Ist der Verlauf weit fortgeschritten, kann ein Zahn ausfallen und sich eine Zahnlücke bildet. Durch solch eine Zahnlücke verschieben sich möglicherweise die bestehenden Zähne. Generell sind die Zähne alter Pferde anfälliger für Entzündungen und Karies, weshalb es besonders wichtig ist, Zahnprobleme früh zu erkennen, um Zahnschäden oder Zahnausfall zu reduzieren. Zu viel zucker- und kohlenhydrathaltiges Futter begünstigt die Kariesbildung, eine bedarfsdeckende, mineralstoffreiche Fütterung unterstützt hingegen die Versorgung der Zähne und trägt zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der Zähne bei. Zahnprobleme kommen bei älteren Pferden sehr oft vor, weshalb sie Schwierigkeiten bei hartem, faserigem oder schwer kaubarem Futter haben können. Daraus folgen eine schlechte Nährstoffaufnahme und Futterverwertung, womit weitere gesundheitliche Probleme einhergehen. Als Besitzer musst du auf den erhöhten Mineralstoffbedarf von alten Pferden achten und das Futter für deinen Pferdesenior in verwertbarer Konsistenz zur Verfügung stellen.

Gelenksprobleme bei alten Pferden

Eine häufig auftretende Gelenkserkrankung bei Pferden ist die Arthrose. Besonders oft leiden alte Pferde an Spat, einer Form der Arthrose, welche die Sprunggelenke betrifft. Pferde, die falsch gefüttert, fehl- oder überlastet werden sowie ältere Pferde und Tiere, die Unfälle oder Verletzungen erlebten, sind besonders von der degenerativen Erkrankung der Sprunggelenke betroffen. Arthrose verursacht bei den betroffenen Pferden oftmals Schübe von Gelenksentzündungen. Manchmal gehen damit verbundene Schmerzen vorüber, manchmal bleiben sie und das Pferd hat chronische Beschwerden. Typischerweise zeigen sich Lahmheiten, die durch Arthrose verursacht werden, in einer Besserung des Gangbildes unter sanfter Bewegung. Reiter sprechen in diesem Zusammenhang von „Einlaufen“ beim alten Pferd. Arthrose ist zwar nicht zur Gänze heilbar, sein Verlauf kann aber positiv durch korrekte Hufpflege, orthopädischen Beschlag, individuelles Bewegungstraining und speziell ausgewähltes Futter beeinflussbar werden.

Wenn alte Pferde auskühlen

Die körpereigene Thermoregulation von alten Pferden wird im höheren Alter immer schwieriger, da sich zum einen die Haarstruktur des Fells in späteren Lebensjahren verändert und zum anderen der Pferdekörper bedingt durch den Abbau von Muskulatur und Fettreserven schlechter isoliert ist. Als Folge können alte Pferde ihre Körpertemperatur nicht mehr optimal regulieren. Diese körperliche Veränderung bei alten Pferden kann sich bemerkbar machen, indem ein Pferdeopi schneller auskühlt und die Körpertemperatur schlechter konstant halten kann oder eine Pferdeomi leichter überhitzt, weil sie überschüssige Wärme nicht ausreichend abgeben kann.

Alte Pferde mobil halten

Die Mobilität von alten Pferden verhält sich ähnlich wie bei Menschen. Mit zunehmendem Alter werden die Bewegungen eingeschränkter, es fehlt an Geschmeidigkeit und Kraft, die Gelenke werden steifer und Muskeln bauen langsam ab. Eine rechtzeitige Bereicherung des Bewegungsprogramms mit Übungen, welche die Mobilität des Pferdeseniors erhöhen und Muskeln sowie Sehen uns Bänder kräftigen, wird notwendig.

Impfen, Entwurmen und Wunden bei alten Pferden

Bei einigen älteren Pferden verschlechtert sich das Immunsystem, weshalb Pferdesenioren anfälliger für Infektionen und Parasitenbefall sein können. Es empfiehlt sich daher, auch alte Pferde impfen zu lassen und auf regelmäßige Parasitenkontrolle zu achten. Impfungen und Entwurmungen sollten gut geplant sein, Notwendigkeiten abgewägt werden und beides nur bei gesundem Zustand der alten Pferde vorgenommen werden, um das Immunsystem nicht zu strapazieren. Auch Verletzungen können langsamer verheilen. Wunden bei alten Pferden müssen daher besonders gewissenhaft versorgt und gepflegt werden.

Herz-Kreislaufsystem und Lymphfluss bei alten Pferden

Nicht nur das Herz-Kreislaufsystem, sondern auch der Transport von Lymphflüssigkeit verändert sich. Schlechter Lymphfluss bei alten Pferden verursacht angelaufene Beine. Es entstehen Schwellungen. Wird ein solcher Lymphstau missachtet, kommt es unweigerlich zu Schäden im Bindegewebe und infolgedessen können Vernarbungen im Gewebe entstehen (Fibrose). Das betroffene Gewebe ist dann nur noch bedingt und schwer zu regenerieren. Um den Lymphstau bei alten Pferden zu verhindern, werden Lymphdrainagen in Form von Massagen, Kompressionsbandagen und speziell ausgelegte Ernährung empfohlen. Darüber hinaus sollte die Herzfunktion von alten Pferden regelmäßig kontrolliert werden, um Herzschwächen wie Mitralklappenfehler früh zu erkennen. Gegebenenfalls können Beschwerden ernährungstherapeutisch abgemildert werden.

Schlechtes Sehen und Hören bei alten Pferden

Die Leistungsfähigkeit der Sinnesorgane, beispielsweise das Sehen und Hören bei alten Pferden, verschlechtert sich naturgemäß mit zunehmendem Alter. Bewusste Pferdebesitzer*innen nehmen Rücksicht bei beeinträchtigter Sehkraft bzw. schlechtem Gehör und ändern auch das Verhalten mit alten Pferden. Neben dem einfühlsamen Umgang während des Reitens sollte auch das Verhalten im Stall überprüft werden, wie alte Pferde mit verminderter Sehkraft oder schlechtem Gehör zurechtkommen.

Psychische Veränderungen bei alten Pferden

Wie hinlänglich bekannt, gibt es in Pferdeherden verschiedene Rangordnungen. Mit zunehmendem Alter von Pferden verändert sich auch die Position in der Hierarchie einer Herde. Ältere Pferde verlieren an Dominanz und Autorität, werden ruhiger und ziehen sich oftmals mehr zurück. Daher ist neben der physischen Veränderung auch auf die psychische Veränderung von alten Pferden Rücksicht zu nehmen. Bei Bedarf sind daher die Umstände und die Umgebung im Stall zu adaptieren. Das bedeutet nicht, dass ältere Pferde umgehend einen Stallwechsel benötigen. Oft reicht eine Umgestaltung am selben Ort aus. Beispielsweise ist es ratsam zu überprüfen, wie sich alte Pferde in der Gruppe verhalten, ob sie sich wohlfühlen oder Verhaltensänderungen auffallen. Ältere Pferde haben z.B. ein ausgeprägtes Ruhebedürfnis. Während der junge Herdenkollege als Spielpartner bislang interessant war, könnte jetzt ein ruhiger Vertreter besser als Freund geeignet sein. Weiterhin ist für einen gesunden Schlaf ein griffiger, weicher und trockener Untergrund sowie genug Platz und ein ruhiges Umfeld sicherzustellen.

10 exzellente Tipps für den Umgang mit alten Pferden

  1. Plane Impfungen und Entwurmungen schonend und lasse sie regelmäßig durchführen. Behandle und pflege Wunden sehr sorgfältig.

  2. Füttere ausgewogenes, bedarfsdeckendes, gut zu kauendes und leicht verdauliches Futter, ergänze fehlende Vitalstoffe und pflege die Organe über ein Zusatzfutter. Ziehe bei Bedarf eine Wasserzufuhr über das Futter in Betracht.

  3. Lasse die Zähne regelmäßig kontrollieren und passe die Fütterung an die Bedürfnisse deines Pferdes an.

  4. Bewahre dein Pferd vor Auskühlung und halte es bei Bedarf mithilfe einer Decke trocken und warm. Achte auf einen rechtzeitigen Fellwechsel im Frühjahr und vermeide eine Überbelastung des Organismus, indem du eine Teilschur durchführst.

  5. Erhalte die Mobilität deines Pferdes durch aktive und passive Bewegung, Massagen und Wärmeanwendungen. Gestalte die Aufwärmphase mindestens 20 Minuten lang und stärke den Bewegungsapparat mit kräftigenden Übungen.

  6. Vermeide Lymphflüssigkeitsstau mithilfe von Lymphdrainage, Kompressionsbandagen und richtiger Ernährung.

  7. Achte auf regelmäßige Hufpflege und gleichmäßige Belastung, um Fehlstellungen oder degenerative Gelenkserkrankungen (Spat) zu vermeiden.

  8. Überprüfe regelmäßig die Herzfunktion deines Pferdes, um Herzschwächen frühzeitig zu erkennen und mit abgestimmter Ernährung helfen zu können.

  9. Beobachte das Schlafverhalten deines Pferdes und passe ggf. Haltungsform, Untergrund und Umgebung an.

  10. Erkenne psychische Veränderungen an deinem Pferd, analysiere Gruppendynamik, Hierarchie und Autoritätsverhalten in seiner Herde und ändere ggf. Umstände und Umgebung im Stall.


Mit diesen 10 Tipps für ältere Pferde erreichte mein Pferdesenior trotz starker Beanspruchung als Sportpferd ein stolzes Alter von 36 ohne nennenswerte gesundheitliche Probleme. Aktuell ist meine Pferdeomi 28 Jahre alt, fit und glücklich.

Ich wünsche dir das Gleiche für dein Pferd und hoffe, dieser Artikel war interessant und nützlich für Dich!

Deine Sandra

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